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Tipps: Ernährungshinweise

Alle Tipps in dieser Rubrik:

"Gicht ist eine typische Krankheit alter Frauen und macht verkrüppelte Finger."

Leider falsch, liebe Herren der Schöpfung, es sind im Gegenteil die jungen Männer um die 30, die das Leben so richtig genießen, bei denen wir am häufigsten eine Gichterkrankung feststellen. Meist ist es ein Kniegelenkserguss oder eine schmerzhafte Entzündung am Großzehenballen, die auf die Spur der Erkrankung führt.

Die Entzündungsbedingten Schmerzen werden medikamentös behandelt. Mit dem Rückgang Ihrer Schmerzen ist die Gicht aber nicht beseitigt. Es handelt sich hier nämlich um eine chronische Stoffwechselerkrankung, z. B. vergleichbar mit erhöhten Blutfettwerten oder in gewissem Maße vergleichbar auch mit der Zuckerkrankheit.

Das Heimtückische an der Gicht ist die Tatsache, dass man normalerweise einen erhöhten Harnsäurewert nicht spürt, solange es nicht zu hochschmerzhaften Gelenkentzündungen kommt. Trotzdem muss die Krankheit unbedingt über lange Zeit (oft jahrelang!) behandelt werden, da es sonst zu lebensbedrohlichen Spätschäden durch Arterienverkalkung (Herzinfarkt!) und Nierenschäden, sowie vermehrter Harnsteinbildung kommen kann.

Als Harnsäure senkendes Medikament wird in der Regel der Wirkstoff Allopurinol in der Dosierung von 300 mg 1 x täglich gegeben. Die medikamentöse Behandlung allein reicht aber nicht aus! Unbedingt ist auch eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten erforderlich.

Die Gicht ist eine typische Wohlstandskrankheit. In "schlechten Zeiten" z. B. nach dem Weltkrieg, gab es praktisch keine Gichterkrankungen. Ein erhöhter Harnsäurespiegel entsteht durch den Abbau von bestimmten Eiweißbestandteilen (Purinen), die sich vor allem in tierischem Eiweiß finden. Zusätzlich begünstigt werden Gichtanfälle durch erhöhten Alkoholgenuss. Diese beiden Faktoren erklären, dass wir Gichtanfälle gehäuft während der Festtage (Weihnachtsbraten) und im Sommer während der Grillsaison (reichlich Grillfleisch) sehen. Übrigens, die verkrüppelten Finger bei alten Frauen sind meistens ganz simpel durch Verschleiß bedingt und haben mit der Gicht nicht das geringste zu tun.

Wenn Sie also ein Gichtleiden haben, müssen Sie folgende Ratschläge beachten:

Reduzieren Sie möglichst in Ihrer Ernährung den Anteil von Fleisch und Edelfischen. Steigern Sie den Anteil von frischem Gemüse und Salaten. Auf Alkohol brauchen Sie nicht grundsätzlich zu verzichten, jedoch sollten Sie unbedingt Exzesse insbesondere mit Bier und Rotwein vermeiden. Sie sollten ansonsten ca. 2 Liter täglich trinken, z. B. Wasser, Tee, Fruchtsaft.
Außerdem ist eine regelmäßige körperliche Betätigung und eine deutliche Gewichtsreduktion erforderlich. Wenn Sie diese Hinweise beachten, kann möglicherweise schon bald auf die medikamentöse Behandlung mit Allopurinol verzichtet werden.

Bitte lassen Sie bei Ihrem Hausarzt den Harnsäurespiegel regelmäßig kontrollieren. Abschließend noch eine kleine Übersicht über empfohlene und ungeeignete Nahrungsmittel:

Empfohlene Nahrungsmittel:

Fruchtsäfte, verdünnte Gemüsesäfte, Tee, Kaffee. Früchte aller Art. Milch, Joghurt und Käse. Butter- und Pflanzenmargarine. Grüne Salate, alle Kohlarten, Gurken, Rüben, Kürbis, Sellerie, Karotten, Rettich, Zwiebeln, Tomaten. Eier und Eierspeisen. Brot und Teigwaren, Kartoffeln. Petersilie, Schnittlauch, Basilikum, Thymian, Majoran, Dill, Zitronen-Melisse.

Ungeeignete Nahrungsmittel:

Alle Innereien wie Bries, Leber, Niere usw.. Pökelschinken, fette Bratensoßen, Fleischextrakte, Räucherwurst, Wild jeglicher Art. Sardellen, Ölsardinen, Karpfen, geräucherte Fische, Sprotten, alle Schalentiere (Meeresfrüchte) wie Scampi, Hummer, Muscheln. Geflügel aller Art. Spargel, Spinat, Pilze, Blumenkohl, Hülsenfrüchte (Erdnüsse!) (ka.)

"Ich muss Calcium und Vitamin D nehmen, damit ich keine Osteoporose bekomme."

Das stimmt nur in Einzelfällen. Eine normale ausgewogene Ernährung stellt in der Regel genug Calcium und Vitamine zur Verfügung. Achten Sie aber darauf, dass vor allem Kinder viel Milch trinken (Calciumreich). Auch Quark und Käse sind in Ordnung. Heimtückische Calciumräuber sind vor allem die so genannten Softdrinks, vor allem Cola. Machen Sie einen Deal mit Ihren Kindern: Cola gibt es nur, wenn sie die gleiche Menge Milch trinken.

Vielfach nicht bekannt ist, dass Vitamin D vom Körper nur bei ausreichender Einwirkung von UV-Strahlen in eine aktive Form umgewandelt wird. Vitamin D ist aber sehr wichtig für den Knochenaufbau. Daher müssen vor allem ältere Menschen darauf achten, öfter mal aus dem Haus zu gehen und sich "besonnen" zu lassen. Wenn sie dies nicht mehr schaffen , kann im Winter hier die Gabe von Vitamin D Tabletten sinnvoll sein. Calcium Tabletten gibt es vor allem, wenn die Knochendichte bereits erniedrigt ist oder wenn Osteoporose bedingte Knochenbrüche aufgetreten sind.

Wenn Sie etwas tun möchten um keine Osteoporose zu bekommen, hier ein paar einfache Ratschläge: Hören Sie mit dem Rauchen auf, trinken Sie wenig Alkohol, treiben Sie Sport. (ka.)

"Was hat ein Hamburger und eine Cola mit Hämorrhoiden zu tun?"

Zunächst einmal nichts, es sei denn, das dieses unhappy Meal Ihren täglichen Speiseplan darstellt, womöglich noch mit einer Portion Pommes dabei und einem Softeis hinterher. Wenn Sie sich ausschließlich von derartig ballastarmer Kost ernähren, kann dies zu Verstopfung und allen damit verbunden Spätkomplikationen führen, wie z. B. einem Hämorrhoidal-Leiden. Also, kein Arzt hat etwas gegen einen Besuch bei dem Restaurant mit dem schottischen Namen einzuwenden, dafür sollte es aber dann am gleichen Tag als Ausgleich ein bisschen Vollkornbrot oder einen Salat oder ein Müsli geben. Und natürlich reichlich Bewegung, auch um die Kalorien wieder zu verbrennen. (ka.)

"Cook it, peel it or leave it"

Das ist die beste Empfehlung zur Gesunderhaltung bei Reisen in südliche Länder, v.a. in die Tropen. Auf gut deutsch: "Koch es, schäl es oder vergiss es".


Seite drucken · Als PDF sichern · Zuletzt geändert am 05.02.2010


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